Veranstaltungsarchiv 2026

Veranstaltungen und Sonderzüge 2026

Herbstfahrt mit Bardotka

17. Oktober 2026

20 Jahre des Touristenverkehrs und 145 Jahre seit Inbetriebnahme
des ersten Abschnitts Kaštice – Krásný Dvůr

Mitte Oktober organisierten wir zusammen mit der Stadt Kadaň eine Herbstfahrt auf der Duppaubahn. Der Sonderzug fuhr anlässlich des 20. Jubiläums des Touristenverkehrs und des 145. Geburtstags von erstem Abschnitt Kaštice – Krásný Dvůr.

Der Zug wurde von der Lok "Bardotka" 751 149-6 geschleppt, die wir uns von der Firma TRAK Rail aus Pardubice liehen. Drei Wagen der Baureihen Ce und Ci, aus Lužná u Rakovníka ausgeliehen, bildeten die Garnitur. Überdies war auch Hurvínek M131.1513 unterwegs.

Die Fahrtroute ging aus Kadaň, bzw. aus Želina, nach Kadaňský Rohozec und zurück. In Kadaň verlief leider ständig eine Streckensperrung, deswegen mussten wir eine Hilfe auf Gummirädern benutzen. Der Schienenersatzverkehr im Abschnitt Kadaň – Želina wurde von Karosa B732 von Retrobusy Chomutov besorgt.

In Kadaňský Rohozec wurde ein Rahmenprogramm vorbereitet. Für das leibliche Wohl sorgte die Farm Doupov, für Livemusik sorgte die Band Máca a spol. Musik gab es auch an Bord des Sonderzuges – die Gruppe Toníček a spol. spielte den Fahrgästen.

Es ist noch nicht bekannt, wie der Verkehr auf der Duppaubahn weiter funktionieren wird. Ab nächstem Jahr soll der Verkehr auf der Egerbrücke in Kadaň stillgelegt werden, weil die Brücke langfristig in schlechtem Zustand ist. Nicht nur die Stadt Kadaň, sondern auch umliegende Dörfer zeigen das Interesse am Eisenbahnverkehr weiter; trotzdem ist eine Generalreparatur der Brücke gar nicht sicher...

Treffen der Triebwagen Hurvínek in Lužná

3. und 4. Oktober 2026

Am ersten Wochenende im Oktober fand in Lužná u Rakovníka ein Triebwagentreffen statt. Im größten Eisenbahnmuseum Tschechiens trafen sich insgesamt 9 legendäre Triebwagen mit dem Spitznamen Hurvínek. Einer davon war auch unser M131.1513.

Die Besucher konnten nicht nur schauen, sondern auch erleben, wie das Reisen auf typischen Holzbänken war. Obschon das Erlebnis nur kurz war – man fuhr aus Museum nur in den Bahnhof und zurück. Die Reise fing jedoch auf der Drehscheibe an, wo der Triebwagen mit seinen Fahrgästen um 360° umgedreht wurde. Unser Hurvínek nahm daran auch teil, und zwar insgesamt fünfmal.

Die An- und Heimfahrt wäre ganz einfach, wenn kein Streckensperrung in Žatec durchlaufen würde. Die Egerbrücke wird komplett modernisiert, deshalb ist die Bahn für mehrere Monate gesperrt. Wir mussten deswegen einen Umweg über Žatec, Postoloprty, Louny předměstí und Rakovník machen.

Ein Lok- oder Triebwagentreffen ist eine traditionelle herbstliche Veranstaltung in Lužná. Und warum trafen sich diesmal gerade Hurvínek's? Es war eine symbolische Feier von Hurvíneks 100. Geburtstag. Die bekannte Marionette erschien zum ersten Mal im Jahr 1926 in einem Puppentheater in Pilsen.

Die Baureihe M131.1 sind Nachkriegstriebwagen, die zuerst in Tatra Kopřivnice und später in Wagenfabrik Studénka hergestellt wurden. Insgesamt 549 Stücke wurden gebaut und dank ihrer Einfachheit und Zuverlässigkeit beherrschten sie tschechoslowakischen Lokalbahnen bis zur Wende 70er und 80er Jahren. Ihr Spitzname hat gleich zwei Gründe. Der erste ist der holzene Aufbau – das gleiche Material, woraus der Schnitzer Gustav Nosek für Josef Skupa die Marionette machte. Der zweite Grund ist die Steuerung. Wenn ein Lokführer drei Hebel auf dem Steuerpult bedient, kann er wie ein Marionettenführer aussehen.

Mühlentag in Bruch 2

26. September 2026

Auf der Moldaubahn erschien unser Hurvínek wieder am 26. September. Im letzten Jahr fand in Wernermühle in Bruch (Lom u Mostu) eine erfolgreiche Premiere des Mühlentags statt. Daran knüpfte der zweite Jahrgang an. Da es zwischen der Mühle und der Eisenbahnhaltestelle nur ein Katzensprung ist, bot es sich an, die Besucher mit der Bahn zu bringen.

Hurvínek hatte ein abwechslungsreiches Programm. Am Morgen fuhren wir bis nach Moldava, von wo aus wir nach Teplice herunterfuhren. Dann besuchten wir den Bahnhof Litvínov, wo Hurvínek seit ihrer Elektrifizierung und Modernisierung zum ersten Mal war. Weiter ging es über Lom nach Osek und dann schon zurück nach Most.

Tag der Schiene in Schwarzenberg

19. und 20. September 2026

Unsere Teilnahme am Tag der Schiene im Eisenbahnmuseum Schwarzenberg wird allmählich zur Tradition. Dieses Jahr kamen wir in die Stadt auf der deutschen Seite des Erzgebirges schon zum dritten Mal. Außer "Hurvínek" M131.1513 brachten wir auch den roten "Puklík" T211.0608 mit.

Ähnlich wie in den vergangenen Jahren, sorgte Hurvínek für Besucherbeförderung zwischen dem Bahnhof und dem Areal des Museums. Während des ganzen Wochenendes besorgten wir insgesamt 33 Zugpaare. Obwohl wir den Bahnhof nie verliessen, fuhren wir zusammen 60 Kilometer.

Die Schwarzenberger organisierten wieder die An- und Heimreise. Am Samstag kamen sie für uns nach Vejprty mit ihrem Hektor T435.0554, am Sonntag brachten sie uns mit derselben Lok wieder zurück nach Tschechien. Unsere Fahrzeuge sind nämlich mit der Zugbeeinflussung (PZB) nicht  ausgerüstet, deswegen dürfen sie nicht alleine auf der Strecke verkehren.

Die Veranstaltung in Schwarzenberg ist jedes Mal ein Wochenende, worauf sich einige von uns das ganze Jahr über wie kleine Jungen freuen. Auch diesmal hatten wir "bei den Nachbarn" viel Spaß und schon jetzt freuen wir uns auf das nächste Jahr, weil die Zusammenarbeit hier einfach toll ist. Also – děkujeme und ahoj!

150 Jahre des Bahnhofs Osek město

12. September 2026

Am zweiten Samstag im September organisierte der Verein "Klub přátel krušnohorské železnice" anlässlich eines bedeutenden Jubiläums des Bahnhofs Osek město eine Sonderfahrt mit unserem Hurvínek. Der Abschnitt der Moldaubahn von Louka u Litvínova zum "oberen" Bahnhof von Osek wurde im Jahr 1876, also genau vor 150 Jahren, eröffnet.

Hurvínek fuhr am Nachmittag von Teplice v Čechách los, über Louka u Litvínova und Osek město bis zum Spitzkehrenbahnhof Dubí. Von dort aus machten wir uns bereits bei Abenddämmerung auf den Rückweg nach Teplice.

Die Fahrgäste konnten bei dieser vorabendlichen Fahrt gleich zwei Eisenbahnausstellungen besuchen, und zwar direkt in den Bahnhofsgebäuden der Bahnhöfe Osek město und Dubí.

Deutsch-tschechisches Workcamp im Preßnitztal

5. September 2026

Am Samstag, dem 5. September, haben wir einen kurzen Sonderzug für den Verein "Preßnitz lebt" bereitgestellt. Dieser organisierte am ersten Septemberwochenende ein deutsch-tschechisches Workcamp im Preßnitztal. Die fünfzig Teilnehmer sollten im Rahmen des dreitägigen Programms die Region des mittleren Erzgebirges aktiv erkunden und sich gleichzeitig an gemeinsamen Arbeiten beteiligen – sie stellten beispielsweise Sitzbänke oder Wegweiser her.

Die Aufgabe des Triebwagens M131.1513 bestand darin, die Teilnehmer dieses Workcamps von Kovářská nach Výsluní zu befördern.

Historische Fahrradzüge ins Erzgebirge

Sommerferien 2026

Für diesjährige Sommerferien bereiteten wir schon den 14. Jahrgang beliebten Fahrradzügen vor. Der Fahrplan bietete insgesamt 10 Fahrten an – fünf im Juli und fünf im August.

Die Garnitur ist schon ganz gut bekannt – der Hurvínek M131.1513 zieht einen Güterwagen der Baureihe Ztrc, der für den Transport von Fahrrädern und ähnlicher Ausrüstung dient. Auch die Strecke blieb wie gewohnt: morgens von Klášterec nad Ohří über Chomutov und Křimov nach Vejprty und nachmittags wieder zurück. Die ersten drei Züge mussten wir jedoch aufgrund von Bauarbeiten verkürzen, sodass in der ersten Julihälfte nur zwischen Chomutov und Vejprty gefahren wurde.

In Křimov gab es die traditionelle einstündige Pause für eine Erfrischung, zum Würstebraten auf dem Lagerfeuer und für eine Besichtigung des Heizhauses.

Zusammen haben wir fast 500 Fahrgäste befördert. Es ist schön zu sehen, wie diese Zahl von Jahr zu Jahr steigt. Wir danken allen, die mit uns mitgefahren sind, und freuen uns auf den nächsten Sommer und die fünfzehnte Saison der historischen Fahrradzüge ins Erzgebirge.

Die Veranstaltung und die Gesellschaft LOKO-MOTIV wurden unterstützt von: Stadt Chomutov, Stadt Klášterec nad Ohří, Stadt Vejprty, Gemeinde Křimov, Ústecký kraj, MBM Rail, SD Kolejová doprava, Museum Na Kočičáku und rt steel.

Besuch aus Schwarzenberg

11. Juli 2026

Am Samstag, dem 11. Juli, besuchten uns die Kollegen aus Schwarzenberg. Der Verein sächsischer Eisenbahnfreunde (VSE) hatte für seine Mitglieder einen Sonderzug mit "Hektor" T435.0554 organisiert. Direkt vom Gelände ihres Eisenbahnmuseums aus fuhren sie bequem auf den Schienen bis zu unserem Museum in Křimov.

Dreiundfünfzig Deutsche besichtigten das Heizhaus, außerdem wurde für sie ein Mittagessen vorbereitet, und Interessierte brateten Würstchen am Lagerfeuer im Park neben dem Heizhaus. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt in Křimov machten sie sich auf den Rückweg in ihre Heimat, doch den Gesichtern vieler Teilnehmer war deutlich anzusehen, dass es ein angenehm verbrachtes Samstag war.

Autoren der Fotos: Franz Hillig, Tobias Martin, Mirko Riedel, Milan Bachor, Vojtěch Pajer und Kryštof Koubek.

Schloss Poláky

7. Juli 2026

Zu unseren regelmäßigen "Kunden" gehört der Verband der von Zivilisationskrankheiten Betroffenen aus Jirkov. Die Mitglieder dieses Verbands aus Jirkov unternehmen jedes Jahr verschiedene Ausflüge mit uns, und das war auch in diesem Jahr nicht anders.

Dieses Mal war das Ziel das Schloss im Dorf Poláky unweit von Kadaň. Der Hurvínek fuhr von Jirkov über Žatec und Kaštice und brachte seine Fahrgäste über die Duppauer Bahn bis nach Poláky. In dem kleinen Dorf am Nechranice-Stausee machten sich die Teilnehmer der Exkursion dann auf den Weg zu einer Besichtigung des örtlichen Schlosses.

Tag der offenen Tore bei TRAK Rail in Meziměstí

13. Juni 2026

Mitte Juni veranstaltete die Firma TRAK Rail einen Tag der offenen Tür in ihren Werkstatt in Meziměstí. Unser Hurvínek war als eines der ausgestellten Fahrzeuge bei der Veranstaltung dabei.

Aber auch die Reise selbst war ein Erlebnis. Wir haben sie irgendwie als einen Vereinsausflug betrachtet – wir haben einfach unseren historischen Triebwagen genommen und sind damit quer durch die halbe Republik gefahren. Am Freitag sind wir hin und am Sonntag wieder zurückgefahren, und zwar jedes Mal auf einer anderen Strecke, damit es noch abwechslungsreicher wurde. Jede dieser Strecken war etwa 350 Kilometer lang, und dank ihnen haben wir viele schöne Orte auf den tschechischen Schienen sowie viele nette Eisenbahner kennengelernt.

Wenn wir an einigen Bahnhöfen warteten, unterhielten wir uns mit den Fahrdienstleitern. Für viele von ihnen waren wir eigentlich eine kleine Bereicherung ihrer Schicht. In Lomnice nad Popelkou wurden wir neben der Fahrdienstleiterin sogar von einem Eisenbahner begrüßt, der uns in seine Ausstellung über die Geschichte der hiesigen Bahn einlud.

Ein Problem trat erst in Teplice nad Metují auf – nur 9 Minuten vor dem Ziel unserer ganztägigen Fahrt. Wir hielten an, da wir die Richtung ändern mussten, doch danach sprang der Motor nicht mehr an. Glücklicherweise gelang es uns, den Triebwagen mit Handkraft anzuschieben, und so erreichten wir Meziměstí erfolgreich. Am nächsten Tag suchten wir nach der Ursache des Problems, doch es erwartete uns nichts Erfreuliches. Wir stellten fest, dass die zum Laderegler führende Verkabelung schuld war – die Kabel waren beschädigt, verbrannt und einige sogar verschmolzen. Wir hatten Glück, dass es sich nur um eine Störung beim Ladevorgang handelte... Große Hilfe leisteten uns jedoch Kollegen aus anderen Vereinen und vor allem eine Gruppe lokaler Elektriker. Diese verlegten während des Samstagnachmittags neue Kabel, schlossen alles an, maßen alles durch und prüften die Funktion. Dank dessen verlief die Heimfahrt am Sonntag völlig komplikationslos. Also, Jungs, vielen Dank!

Wiederaufnahme der Personenverkehr nach Bochov

Drei lange Jahrzehnte lang gab es auf der Strecke Protivec – Bochov keinen regelmäßigen Personenverkehr. Diese Zeit endete jedoch am Samstag, dem 6. Juni 2026, als der Verkehr dort feierlich wieder aufgenommen wurde.

An diesem Tag startete der Hurvínek seine Fahrt in Karlsbad, von wo aus er zuerst nach Chyše fuhr. So bot er den Fahrgästen die einmalige Gelegenheit, auf einer Holzbank die morgendliche Fahrt durch das Tal des Flüsschens Teplá und die wunderschöne Landschaft des Kaiserwaldes zu genießen. Danach fuhren wir zweimal nach Bochov und zurück. Das Tagesprogramm beendeten wir traditionell in Žlutice, von wo aus wir am nächsten Tag nach Hause zurückkehrten.

Neben Hurvínek war auch ein Zug mit zwei "Hydra" zu sehen – die Triebwagen der Baureihe 854. Diese wurden ausnahmsweise für neue regelmäßige Personenzüge eingesetzt. Das Interesse an beiden Zügen war groß, und wir können mit gutem Gewissen sagen, dass wir den ganzen Tag über voll besetzt waren.

Von nun an verkehren dort an jedem Wochenende drei Zugpaare mit dem Triebzug "Regionova". Damit ist Bochov nach ganzen 30 Jahren wieder auf die Eisenbahnkarte der Tschechischen Republik zurückgekehrt. Und da eine solche Rückkehr oder Wiedergeburt in den letzten Jahren viel seltener ist als der Abschied von etwas, das verschwindet, haben wir dieses Ereignis umso mehr genossen.