Geschichte des Heizhauses

Seit 1872

Wie die Zeit am Bahnhof Krima vergangen ist

Der Bahnhof Krima wirkt heutzutage wie vergessene, fast bedeutungslose Station irgendwo in Erzgebirge. Jedoch war es nicht immer so. Die Bahnstrecke aus Komotau nach Weipert und weiter nach Sachsen war früher eine bedeutende Verkehrsader. Genauso wie die abzweigende Strecke Krima - Reitzenhain. Auf den beiden Strecken fuhr eine beachtliche Anzahl der Güterzüge. Der wichtigste Handelsartikel war die Braunkohle, die nach Deutschland steuerte. Eine Merkwürdigkeit in Personenverkehr war ein direkter Schnellzug aus Prag, der in 1920er Jahren für Skifahrer aus der Hauptstadt abgefertigt wurde. Die ehemalige Bedeutung des Bahnhofes beweist sowohl das große Bahnhofsgebäude mit einem Bahnhofsrestaurant, als auch die Gleisanlage, die in der Vergangenheit sechs durchlaufenden Gleisen hatte.

Das Heizhaus wurde 1872 durch die Gesellschaft von Buschtěhrader Eisenbahn (Buštěhradská dráha) erbaut, genauso wie der ganze Bahnhof. Es diente als Hinterland für Wartung und kleinere Reparaturen der Dampfloks. Seit 1933 erschienen hier die Dieseltriebwagen, die auf hiesigen Bahnstrecken zu fahren anfingen. Das Krimaer Heizhaus fiel administrativ unter die Bahnbetriebswerk Komotau.

Das Heizhaus maß ursprünglich 19 Meter, im Jahr 1928 wurde es verlängert und seitdem ist es 28 Meter lang. Drinnen gibt es zwei Gleisen, unter jeder von ihnen gibt es eine 16,4 Meter lange Montagegrube. Die Gleis Nummer 7, die sich näher zum Bahnhofsgebäude befindet, ist durchfahrbar und früher führte sie bis zu einer Drehscheibe am Ende des Bahnhofes. Die Drehscheibe hatte den Durchschnitt von 12 Meter und wurde manuell von zwei Personen betätigt. Sie existiert nicht mehr, heutzutage gibt es dort nur eine bewachsene Grube.

In dem Heizhaus führte man kleinere Reparaturen der Loks aus. Die Kohle wurde mit Körben versorgt und das Wasser wurde durch 4 Wasserkräne in der Station nachgefüllt. Bis 1928 wuscht man hier die Loks aus, später wurde diese Tätigkeit nach Komotau verschoben.

Zum Heizhaus gehört auch das Verwaltungsgebäude, sogenannte Kaserne. Es diente für Übernachtung der Mitarbeiter, es hatte auch mehrere Räume für die Verwaltung. Unter dem Dach der Kaserne war ein Wasserbehälter mit dem Raumihnalt von 135 Kubikmeter. Er diente als Reserve-Wasserquelle vor allem winters, wann die Wasserkräne in der Station zufroren. Das Gebäude wurde schon 1899 um eine Anbau auf der südwestlichen Seite erweitert. Im Jahr 1930 wurde weitere Erweiterung geplant, diesmal auf der nordwestlichen Seite. Das wurde aber nie realisiert.

1923 wurde die Buschtěhrader Eisenbahn verstaatlicht und seit 15. 7. 1923 wurde der Verkehr auf ihren Strecken von den Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) besorgt. Das Heizhaus fiel unter die Verwaltung der Staatsbahnen.

Am 17. Dezember 1927 ergriff das Heizhaus ein Brand. Von glühendem Ofen flammte das Dach aus und brannte völlig ab. Draußen war damals ein Frost von -26 °C, deshalb musste die Feuerspritze mit heißem Wasser gewärmt werden, um nicht zuzufrieren. Der Brand wurde erst mithilfe der Motorfeuerspritze der Feuerwehr aus Komotau gelöscht.

Der Bahnhof Krima, einschließlich des Heizhauses, stand beide Weltkriegs über. Er wurde nicht beschädigt. Die Ereignisse am Anfang und am Ende des zweiten Weltkriegs beschrieb der damalige Oberadjunkt František Janovský in der Bahnhofschronik. Nach dem Münchner Abkommen wurde der Bahnhof am 4. 10. 1938 von Deutschen besetzt und am Abend des gleiches Tages ging ein Beschluss von ČSD ein, die Station den anwesenden Eisenbahnern aus dem Dritten Reich zu übergeben. Am Ende des Kriegs, am 9. Mai 1945, wurde die Station von der Roten Armee besetzt und am 27. Mai wurde sie wieder unter die Verwaltung von ČSD übernommen. Nach dem Gedenkbuch wurde der Bahnhof "in völligem Ordnung" befunden und übergenommen. Die Vertreibung der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg verlief ohne Zwischenfälle und seit August 1946 wurde der Bahnhof einzig von tschechischem Personal besetzt.

Nach dem zweiten Weltkrieg hörte das Heizhaus allmählich auf, seinem Zweck zu dienen. Nach 1948 wurde es für Lokomotiven nur wenig benutzt und fing an, zu verfallen. Ein der Gründe, warum das Heizhaus nicht mehr benutzt wurde, war die Einstellung der Personenverkehr auf der Strecke nach Reitzenhain im Mai 1948. Der Grenzübergang in Weipert wurde gesperrt und der Verkehr sang allgemein ab.

Im Jahr 1992 brannte das Heizhaus zum zweiten Mal aus. Die wirkliche Ursache wurde nie untersucht, bis heute spricht man über absichtliches Legen des Brandes. Vier Jahre später, 1996, mietete die Gesellschaft LOKO-MOTIV das Heizhaus und nachfolgend kaufte sie das Gebäude ab. Seitdem verwandelt sich das Heizhaus schrittweise ins Eisenbahnmuseum.

Und wie sieht es heutzutage aus?

Der bedeutende Bahnhof auf einer verkehrsreichen Strecke verwandelte sich im Laufe der Zeit in eine beschauliche Station auf einer fast vergessenen Lokalbahn. Die Wichtigkeit der ganzen Bahnstrecke fiel allmählich seit dem zweiten Weltkrieg. Die Verbindung nach Deutschland über Weipert wurde nicht mehr benutzt, die Strecke nach Reitzenhain wurde gesperrt, die Industriebetriebe um die Bahnstrecke stellten ihre Produktion ein. Der Schacht in Kupferberg (Měděnec) wurde in den 90er Jahren auch aufgelöst. Die ehemalige Bezirksstadt Preßnitz (Přísečnice) ging mit dem Aufbau des gleichnamigen Wasserbeckens unter.

In der Station Krima gab es bis zum Dezember 2006 einen Fahrdienstleiter, heutzutage ist der Bahnhof ganz ohne Personal. Die Sicherungsanlage wurde abgebaut. Die Gleisanlage wurde 2011 reduziert, die erste drei Gleise wurden abgebaut. Drei durchlaufende Gleise, beide Gleise in unseres Heizhaus und bis jetzt noch ein Stück des 6. Gleises zur Rampe bei dem ehemaligen Lager blieben übrig. Die Weichen und ein kurzer Rest der Gleise der Reitzenhainer Strecke sind heute auch die Vergangenheit. In der ganzen Station gilt heutzutage die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h.

Zumindest einige Gebäude hatten Glück und dem Abbruch entkamen. Außer dem Heizhaus, das Bahnhofsgebäude hat auch einen privaten Besitzer. Dank dem sind beide diese 150-jährige Gebäude gerettet. Das letzte erhaltene Objekt ist der Bahnwächterhaus Nummer 271 auf der Komotauer Weichenentwicklung, der heute als ein privates Ferienhaus dient. Der Bahnwächterhaus Nummer 272 auf der Weiperter Weichenentwicklung wurde 2020 abgebrochen, genauso wie beide Weichenstellerhütten. Das Lager bei dem 6. Gleis zerfällt langsam selbst. Nur drei Umfangsmauer und der Schornstein bleiben übrig.

Die Anzahl der Verbindungen auf der Strecke wurde im Dezember 2007 rasant reduziert. Die Fahrgäste können heutzutage schon nur drei Paare Personenzüge Komotau - Cranzahl benutzen, die aber nur wochenends und feiertags von Mai bis September verkehren. Es gibt keinen regelmäßigen Güterzug. Seit 2021 kam die Güterverkehr auf die weiperter Strecke doch zurück. Ein Güterzug fährt ab und zu Holz aus Weipert.

Wir können nur raten, was in den nächsten Jahren auf der wunderschönen Bergstrecke passiert wird. Wir müssen hoffen, dass zumindest der Wochenend-Touristenverkehr erhalten wird. Und vielleicht kommen auch bessere Zeiten...

Das Heizhaus Krima in Daten

  • 1872: Inbetriebnahme
  • 1899: Die Anbau zum Kaserne-Gebäude
  • 1927: Erster Brand
  • 1928: Verlängerung des Heizhauses um 9 Meter
  • 1928: Das Auswaschen der Lokomotiven wurde ins Bahnbetriebswerk Komotau verschoben
  • 1933: M120.302 Erster Dieseltriebwagen M120.302
  • 1938: Der Bahnhof ist an Deutschen Reichsbahnen (DR) gefallen
  • 1945: Die ČSD übernahmen wieder den Bahnhof
  • 1948: Das Heizhaus hörte auf, für Deponie der Loks zu dienen, und fing an, zu verfallen
  • 1992: Zweiter Brand
  • 1996: Die Gesellschaft LOKO-MOTIV mietete das Heizhaus
  • 2000: Abkauf des Heizhauses von den Tschechischen Bahnen (ČD)
  • 2002: Die Reparatur vom Dach und dem ganzen Komplex
  • Gegenwart: Allmähliche Reparatur vom Innenraum des Verwaltungsgebäudes

Die Namen des Bahnhofs

  • 1872 - 1919: Krima-Neudorf
  • 1919 - 1935: Křimov-Nová Ves / Krima-Neudorf
  • 1935 - 1939: Křimov-Nová Ves
  • 1939 - 1945: Krima
  • 1945 - heute: Křímov
  • Seit den 90er Jahren benutzt man die Name Křimov (kurze i) statt Křímov (lange í)