Artikel 2023

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Der erste Triebwagen in Heizhaus Krima

Neujahrsblick in die Geschichte

Genau vor 90 Jahren "eingewöhnte sich" im Heizhaus Krima der erste Triebwagen ein. Es handelte sich um "kleinen Turmtriebwagen" M120.302, der den Personenverkehr auf der Strecke Křimov - Reitzenhain übernahm. Seit 1. Januar 1933 war die Personenbeförderung durch Motortraktion besorgt.

Dank der Motorisierung konnte die Anzahl der Verbindungen erhöht werden und die Fahrzeit wurde kürzer. Am Anfang wurde die Personenverkehr zwischen Krima und Reitzenhain durch zwei Paare gemischter Züge pro Tag besorgt, nach Inbetriebnahme des Triebwagens bot das Kursbuch bis sechs Paare Verbindungen an. Ein gemischter Zug brauchte Zirka 50 Minuten, um die 14,5-Kilometer-Strecke zurückzulegen, einem Triebwagen dauerte die Fahrt etwa eine halbe Stunde. Einige Verbindungen hatten die Fahrzeit sogar nur 22 Minuten.

Die Triebwagen hielten aber auf der Strecke nicht lang aus. Der Grenzübergang in Reitzenhain wurde schon 1945 geschlossen und drei Jahre später, am 9. Mai 1948, wurde der Personenverkehr völlig eingestellt. Die Züge wurden durch Büsse völlig ersetzt. An der Bahnstrecke entlang gab es nach dem zweiten Weltkrieg nur einzige Gemeinde - Hora Svatého Šebestiána (Sebastiansberg). Die Gemeinde Menhartice (Märzdorf) und Pohraniční (hiesige Haltestelle hieß Reitzenhain in Böhmen) gingen am Anfang 1950er Jahren unter.

Der Triebwagen M120.302 wurde in Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft (Kopřivnická vozovka, spätere TATRA) hergestellt. Die Tschechoslowakische Staatsbahnen übernahmen ihn Mitte 1928. Der Triebwagen hatte sog. Turmführerstand - der Triebfahrzeugführer saß in einem Turm auf dem Dach des Wagens. Für Fahrgäste gab es 36 Sitzplätze zur Verfügung, die Triebwagen hatten noch keine Toilette. Eine Neuheit waren Türe an den Stirnseiten des Wagens, dadurch man von Wagen zu Wagen auch während der Fahrt übergehen konnte. Die Triebwagen waren ursprünglich mit Mittelpufferkupplung ausgerüstet, die später durch Puffer und Schraubenkupplung ersetzt wurde. Den Antrieb besorgte ein sechszylindriger Benzinmotor mit Leistung von 65 Pferdestärken. Höchstgeschwindigkeit war 54 km/h. Der letzte Triebwagen der Baureihe M120.3 war angeblich bis zu 1955 im Einsatz.